Guild Wars 2 und ‘TransGaming‘

Guild Wars 2 ist jetzt keine 3 Wochen mehr vom Release entfernt, der 3-days headstart für alle, die das Spiel vorbestellt haben, nur etwas über zwei Wochen. Morgen noch ein stress test, an dem man 4 Stunden lang ArenaNets (ANet) Server belasten soll. Schon lange – ich glaube sogar, nie – habe ich mich so sehr auf ein Spiel gefreut. Den Vorgänger, “Guild Wars” (1), habe ich teils exzessiv gespielt, war zeitweise in Top 100, sogar Top 20-Gilden, aber auf keine der Erweiterungen (Factions, Nightfall, Eye of the North) war ich übermäßig gespannt – aber es geht hier lediglich um den Unterschied, den man schwarz auf weiß ungefähr so ausdrücken könnte: “Yeah, neuer Content!” und “YEAH, NEUER CONTENT!!!!111einself”

In meiner beispiellosen Fähigkeit, mich auf alles andere zu konzentrieren, außer auf meine Bachelor-Arbeit, habe ich heute ungefähr 2 Stunden Extra Credits nachgeholt und bin dabei über die Folge zu ‚TransGaming‘ gestoßen. Unbedingt anschauen, lohnt sich. TransGaming ist, grob gesagt, eine Form von Intermedialität. Diese beschreibt – wieder grob zusammengefasst – die Beziehungen zwischen zwei oder mehreren Medien, z.B. Theater und Film, oder (Ur-)Text, Bühnenadaption und Filmadaption. Ebenso bezeichnet TransGaming Beziehungen zwischen zwei oder mehreren Spielen, einschließlich ihrer Spieler. Als Beispiel in der Folge wird das Spiel “Dust 514″ genannt, ein SciFi-FPS für die PS3, das im Universum von “EVE Online” spielt (PC). Doch nicht nur das verbindet die beiden Spiele: Der Knackpunkt ist, dass Partien in “Dust” aktiv die Welt von “EVE” beeinflussen und dadurch Abhängigkeiten bzw. Vorteile schaffen. Da ich leider keins der beiden Spiele gespielt habe, kann ich nur das paraphrasieren, was ich auf die Schnelle (hauptsächlich aus dem EC-Video) erfahren habe.

Ich bin der festen Auffassung, dass solch eine Verbindung von GW1 und GW2 hervorragend funktionieren könnte. Aber dazu möchte ich ein bisschen ausholen.

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Return of the ‘Gunman (‘Gunmen?)

Zeit, diesem Saftladen hier wieder ein wenig Leben einzuhauchen. Aber diesmal unter einem anderen, persönlicheren Banner. Wie man dem Bild oben vielleicht entnehmen kann, geht es bei mir langsam der Bachelor-Arbeit entgegen. Das oben angeführte Thema ist bisher  nur der working title, aber es sollte klar sein, in welche Richtung es geht. Dennoch etwas zur Erklärung, etwas ausgeholt:

Der B.A. Anglistik/Amerikanistik an der TU Chemnitz ist ein Sammelsurium verschiedenster Disziplinen. Gelehrt und/oder angerissen werden Literaturwissenschaften, Kulturwissenschaften, Politik & Gesellschaft, Sprachwissenschaft, Didaktik (nicht für herkömmliche Schulen, eher Richtung Erwachsenenbildung). Ich habe ziemlich schnell bemerkt, dass ich von Literaturwissenschaft die Schnauze voll hatte, die KuWi meine Interessen (Pop-Kultur) nicht ausreichend anschneidet (OK, im Nachhinein muss ich sagen, dass das im Amerikanistik-Teil gegen Ende doch stark popkulturell geprägt war, wie z.B. das Seminar über amerikanische TV-Serien) und PoWi und Didaktik mich zwar interessieren, ich aber absolut keine Lust habe, mich aktiv damit zu beschäftigen. Von der Linguistik und wie man in ihr alle möglichen Bereiche abdecken kann, in denen Sprache relevant ist, war ich dann doch sehr angetan.

Und aus diesem Grund erscheint mein BA-Thema vermutlich als recht seltsam, aber es sei euch versichert, dass es tatsächlich seltsam ist — oder, wie einer meiner Dozenten es genannt hat, “cutting edge research” (aka blöder Hipster-Scheiß). Wenn man sich den typischen Rage Comic anschaut, vielleicht mehrere, dann könnte man erkennen, in welche Richtung es gehen soll: Französische Artikel, Lexeme von “herp” und “derp”, etc. Und als die vermutlich größte pseudo-anonyme Comic-Schmiede bietet sich r/f7u12 wie keine andere Plattform an.

Aber worauf wollte ich doch gleich hinaus? Ach, ja: Ich dachte daran, meinen Forschungsprozess ein wenig transparent und offen für Kommentare zu machen, die  finale Arbeit am Ende (vermutlich irgendwann im Herbst) dann (auf Englisch) vielleicht auch zur freien Verfügung zu stellen. Kenny steuert übrigens auch auf seine Bachelor-Arbeit zu und ich habe ihm vorgeschlagen, das mit seiner Arbeit ebenso zu machen, jedenfalls was die Transparenz angeht. Weil er gerade aber auf der Fusion ist, wird das mit der Antwort wohl noch ein bisschen dauern.

P.S.: Das Bild oben stammt von einem Entwurf für meine Präsentation für die alljährliche Heizhauskonferenz, die dieses Jahr den Titel “Culture in Language: Language in Media, Variation in Research” trägt. Infos über Vorträge und Gäste gibt es hier.

 

Hong Kong Diaries: Fruit-Unboxing!

Ich war letztens in Shenzhen (darüber werd ich wohl noch berichten) und nach dem Abendessen hat mir meine chinesische Begleitung diese Früchte angedreht. Weil ich das noch nie zuvor gesehen hab und der ein oder andere wissen wollte, was zur Hölle ich da bei Facebook gepostet hab, hier ein kleines Unboxing, Hands-on und Tasting.

Hong Kong Diaries: “Möchten Sie Reis in Ihrem Bier?”


So, gestern hab ich ja angekündigt, bis Mitte/Ende Dezember noch meine Erfahrungen in Hongkong hier zu teilen, und fang heute gleich mal mit dem läääängst überfälligen, ersten detaillierten Beitrag zum Bier hier an.

Die ersten drei Kandidaten haben Heimspiel, auch wenn sie nicht direkt aus Hongkong kommen, sondern vom Festland, und dann auch nicht gerade um die Ecke. Und trotzdem: Bei einer Bierkultur, die – und ich bin mir bei der Angabe überhaupt nicht sicher, sondern schätze – höchstens 10 überregionale Brauereien auf ganz China hervorgebracht hat, kann man da schon davon reden.


Den Anfang macht das international erhältliche “Tsingtao Beer”. Ich persönlich finde das (vordere) Etikett sehr schön, die Rückseite hingegen ist ziemlich schlampig gelayoutet. Aber Smaragdgrün, Rot und Gold sind schon eine schicke Kombination. Ich hätte schwören können, es wär ein Lager, aber Wikipedia behauptet, es sei ein Pils. Die leichte Herbe spricht durchaus dafür, aber der Gesamteindruck… nicht so. Wie dem auch sei. Der Geschmack ist ganz passabel, anfangs “ganz normales” Pils, nur der Nachgeschmack überrascht – und stört, meiner Meinung nach. Schuld gebe ich dem Reis, der mit großer Sicherheit zugesetzt ist. Obwohl von Deutschen gegründet, wird bei Tsingtao seit der Privatisierung nicht mehr nach deutschem Reinheitsgebot gebraut.

Warum mit Sicherheit? Nun, wie man sehen kann, sind keine Zutaten auf dem Etikett, was ich eigentlich doch gerne gehabt hätte. Auf den Dosen sind die drauf, glaube ich.

Vom Trinkgefühl her geht Tsingtao runter wie Öl. Und hinterlässt auch ein solches Gefühl auf der Zunge, was nicht wirklich schlimm ist, mir persönlich aber nicht zusagt.

Wie man dem Bild entnehmen kann, hat “Tsingtao Beer” 5,0% Vol-% Alkohol, auf eine 640ml-Flasche verteilt. Das Flaschenvolumen hat den entscheidenden Nachteil, dass mehr als nur der Spuckschluck schal wird, wenn man die Flasche normal trinkt, und nicht gerade säuft.


Das zweite getestete Bier ist ebenfalls eins der Marke Tsingtao, die Sorte hier ist allerdings “Draft Beer”. Wie das normale “Tsingtao Beer” ist es ein Pils, der Unterschied besteht darin, dass es nur 4,7 Vol-% Alkohol hat und laut Wikipedia nicht pasteurisiert ist.

Optisch stellt man Unterschiede beim Etikett fest, wenn man nicht gerade blind ist: Statt Grün-Rot-Gold gibt’s Weiß-Blau-Rot(-Silber). Sieht meiner Meinung nach nicht so schick aus, dafür hats aber Alufolie am Hals.

Der Geschmack ist auch ähnlich. Selber ungewohnter Nachgeschmack, selbe Trinktauglichkeit, selber öliger Abgang. Nur ist das “Draft Beer” einen Tick milder.

Das Dritte im Bunde ist “Kingway Classic”. Das Etikett ist ganz nett, rot-silbern mit schwarzer Schrift. Wie bei den anderen beiden ist die Rückseite furchtbar, dafür gibts hier ein paar Informationen mehr; auch wenn man damit nicht viel anfangen kann. “Product Standard No.” ist komplett kryptisch, während “Quality Grade: Premium” auf ein Pils schließen lässt. Eine Liste der Zutaten sucht man hier auch vergeblich, aber Reis wird wohl auch drin sein. Das ist hier so üblich, weil billiger.

Ich bin, ohne zu übertreiben, begeistert von diesem Bier, mindestens im Vergleich zu den anderen beiden. Es ist feinherb, hat eine leichte malzige Süße, und ist schön erfrischend. Im Gegensatz zu “Tsingtao Beer” und “Tsingtao Draft Beer” hat es weder den seltsamen Nachgeschmack, noch hinterlässt es das seltsame Gefühl auf der Zunge. Dieses Bier kann man richtig gut trinken.

So viel zum ersten Teil. Als Nächstes werde ich mich wohl an Sachen wie “Skol” rantrauen, wo “Imported Beer” draufsteht, aber die tatsächliche Herkunft weitestgehend unbekannt ist. Höchstes “Brewed in the EU”, aber wir wissen ja, wie aussagekräftig das ist.

Meine Damen und Herren, wir danken für Ihre Aufmerksamkeit…!

Liebe Leser – wir haben beschlossen, diesen Blog (vorübergehend) auf Eis zu legen. Ich werde mich erst mal weiter auf die Musik konzentrieren (besucht mal www.facebook.com/panamapicture) und Mustaf wird als Ausgleich auf tumblr oder twitter umsteigen. Einen entsprechenden Link wird der Junge sicherlich bald nachreichen.

Wir danken euch allen ganz herzlich für die Unterstützung. Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass Ihr von uns gehört habt…

Eure OMGunmen

Mustafs Senf dazu:

Allen voran bedanke ich mich auch nochmal persönlich fürs Lesen unseres Zeugs hier, nicht zuletzt meiner Einträge zu Hongkong. Da ich hier noch ein Weilchen bin, werde ich sie natürlich weiterführen. Aber Ende Dezember dürfte dann wirklich Schluss sein.

Der Ausstieg für mich persönlich begründet sich darin, dass ich durch Microblogging (Facebook, Twitter) unfassbar faul geworden bin und es nicht fertig bringe regelmäßig was größeres zu schreiben. An dieser Stelle meinen vollen Respekt an die, die das dennoch schaffen (Kotzendes Einhorn, Nerdcore, Mind’s Delight – oder kurzum, die gesamte Blogroll in der Sidebar). URL kopieren und zwei Sätze schreiben, ohne sich um Formatierung und Grafiken kümmern zu müssen ist einfach bequemer und vor allem schneller.

Was meinen weiteren Werdegang angeht… ich bin weiterhin @omgunman auf Twitter, in den nächsten Tagen werde ich mir wohl Soup anschauen und mit der neuen +1-Integration im Google Reader werde ich vermutlich auch dort aktiver sein.

See you around!

Hong Kong Diaries: Unser flüssiges Brot gib uns heute

Lange überfällig, der obligatorische Beitrag zum Bier in Hongkong. Und da es hier grad halb vier ist und ich das unbedingt noch vor dem Schlafengehen erledigen will, geht’s ohne viel Getue los.

Import-Bier

Hongkong ist eine internationale Stadt. Natürlich gibt es hier Bier aus aller Welt. Nicht unbedingt Afrika, aber West- und Mitteleuropa, USA, Australien. Beim importierten Bier schwanken die Preise dann auch mal durchaus zwischen 11HK$ für zwei 0,5l-Dosen Oettinger (ja, das gibt’s hier), und teureren Sorten, wie z.B. Löwenbräu, Erdinger, Guinness, die zwischen 12 und 16$ pro Dose kosten. Weiterhin gibt es importortierte europäische Biere, von denen vermutlich kein Europäer jemals gehört hat. Mit fallen jetzt keine konkreten Namen ein, aber oft steht einfach “brewed in the E.U.” dran. Manche klingen deutsch, manche skandinavisch, holländisch… es gibt das ein oder andere aus dem südost-asiatischen Raum, Indonesien, Malaysia, natürlich auch die bekannteren japanischen Biere, wie z.B. Asahi.

Lokales Bier

Lokale Biere sind hier die billigsten, wobei ich mit “lokal” nicht Hongkong meine, sondern Gesamt-China. Natürlich gibt es Tsingtao und alles andere in Deutschland beim Asiaten des Vertrauens erhältliche, aber eben auch eine Reihe weiterer Sorten vom Festland. Die meisten davon schmecken sehr angenehm, sehr mild, das ein oder andere hat einen merkwürdigen Nachgeschmack. Man muss natürlich dazu sagen, dass absolut jedes asiatische Bier mit Reiszusatz gebraut wird, was ich persönlich sehr grenzwertig finde (die bayrische Sozialisation, halt), aber zum Oettinger habe ich bisher noch nicht greifen müssen.

Volumen

Ein hoch auf deutsche Standards. Supermarkt-Bier in zwei verschiedenen Größen: 0,33l und 0,5l (ausgenommen des ein oder anderen “exotischen” Biers, wie z.B. Zlatopramen in der 1,5l-PET-Flasche). Gibt’s hier nicht. Erhältlich ist ungefähr alles zwischen 300ml und 640ml, seien es Dosen oder Flaschen: 300ml, 330, 500, 5-irgendwas (Pint), 600, 640

Sorten

Abgesehen von ein paar Stouts (darunter natürlich Guinness) und dem ein oder anderen Weizen (Löwenbräu, Erdinger hell/dunkel, Oettinger Weizen), gibt es hier überwiegend Lager. Richtig herbes Bier à la Jever gibt es hier nicht, aber ich bin noch lang nicht durch mit Probieren.

Bars und Kneipen

Sobald man Bier in einer Kneipe will, kann es ganz schön teuer werden. Britisch-teuer. 50$ aufwärts und das nichtmal für “gutes” Bier, sondern für solches, das im Supermarkt für 5-6$ zu haben ist. Allerdings ist dann der Preisunterschied zu den sonst doppelt so teuren Bieren (z.B. Guinness) verhältnismäßig geringer, weshalb man dann durchaus zu Guinness greifen kann, statt z.B. Skol, oder sogar den chinesischen Bieren. Soweit ich das gesehen habe, hatte bisher jeder Pub Bier vom Fass, darunter sogar Erdinger.

So viel fürs Erste. Wünsche und Vorschläge für einen potentiellen detaillierteren Artikel in den Kommentaren oder auf Facebook, gerne auch Twitter. Wenns um Bier geht, lass ich viel mit mir machen.

Und der Artikel steckt in “Kunst, Musik und Kultur”, weil ich Bier für kulturell wertvoll halte!

Hong Kong Diaries: Steve Jobs is dead. Long live Steve Jobs!

Nun ist Steve Jobs also tot. Die Welt hat den wohl wichtigsten Menschen der consumer electronics verloren. Die größte Frage ist jetzt natürlich, wie es für Apple weiter geht. Eine Weile wird das Ganze noch gut gehn, mit Sicherheit haben sie eine detaillierte Roadmap für die nächsten paar Monate und etwas vageres für die nächsten paar Jahre. Wie es aber tatsächlich laufen wird, bleibt abzuwarten.

Nun bin ich ja derzeit in Hongkong, und wie ich neulich erwähnte, hat vor Kurzem der erste offizielle Apple Store eröffnet. Der Tempel aller Apple-Jünger, quasi, und logischerweise erste Anlaufstelle für Ereignisse wie das heutige. Ich war ehrlich gesagt ein bisschen enttäuscht, denn außer dem, was auf dem oberen Bild zu sehen ist, war nichts los. Dabei ist Hongkong eine der absurdesten Wegwerfgesellschaften überhaupt, und eine Firma, die ein Mal im halben Jahr ein im Vergleich zum Vorgänger marginal besseres Produkt auf den Markt bringt, fühlt sich hier wie ein Fisch im Wasser.

Von Trauer war nichts zu spüren. Ich hatte wirklich erwartet, am Boden zerstörte Menschen zu sehen, die ihren (Halb-) Gott beweinen, aber nada. Die Minen waren unverändert konsumfreundlich, auch die der Geniuses. Dabei habe ich mir im Kopf schon Worte bereitgelegt, wie ich das ganze in einem Blogeintrag verarbeiten würde.

Was das Ganze relativieren könnte ist, dass die Nachricht von Jobs Tod hier in Hongkong am Morgen bzw. Vormittag ankam, die Meisten waren also auf Arbeit oder in der Schule. Jetzt, gegen sieben uhr abends, dürfte eigentlich mehr los sein. Vielleicht weinen ja jetzt Menschen.

Möge Steve Jobs in Frieden ruhen und jeder, der an seiner Relevanz für den heutigen Elektronikmarkt zweifelt, ein bisschen in der Materie stöbern.

Hong Kong Diaries: Der Apfel fällt nicht weit vom Apple-Store

Morgen ist ein großer Tag für Hongkonger Apple-Fanbois. Um 9 Uhr eröffnet der Apple Flagship Store in Hongkong. Auf zwei Stockwerken mit jeweils geschätzt 100m², zu Füßen des zweithöchsten Gebäudes in Hongkong, dem Two International Finance Centre (2 IFC; damn you, British spelling!), wird ab morgen Apple-Ware verhökert, repariert, empfohlen. Obwohl ich nicht so der Apple-Sympathisant bin, werde ich im Verlauf des morgigen Tages mal reinschauen; eine Flagship Store-Eröffnung sieht man ja nicht alle Tage. Außerdem bekommt man die Möglichkeit, einen Anblick wie den oben zu bekommen.

Man kann Dinge gut finden. Man kann Dinge so gut finden, dass man die Collector’s Edition zwei Monate im Voraus vorbestellt, obwohl man das Produkt nur von (bewegten) Bildern kennt. Sich mehrere Stunden (die Fotos habe ich gegen 9 abends gemacht, also 12 Stunden vor Einlass) mit Campingstuhl vor die Tür eines Ladens setzen, finde ich aber höchstgradig affig. Die Wartenden sind typischerweise recht jung. Über 25 war nichts dabei, würde ich schätzen. Geschlechtsverteilung ca. 9:1, Männer:Frauen.

Das Witzigste war, und ich hab leider verpasst, den Moment auf Kamera festzuhalten, als eine Mutter ihrem Spross eine McDonald’s-Tüte gebracht hat und er sich aufrichtig bei ihr bedankt hat. Ob sie das um 3 Uhr nachts nochmal machen würde? Ob ich das machen würde? Schnell zu McD’s und für 200HK$ (~19€) 10 Big Mac-Menüs holen (ja, ein Big Mac-Menü kostet hier zur Zeit (Aktion) weniger als 2€; sonst knapp unter 3) und dann vor Augen aller auspacken und essen? Mmmh.

Zuletzt möchte ich noch kurz klarstellen, dass ich diese Leute mit einem Augenzwinkern betrachte, nicht weil sie besonders auf Apple stehen, sondern weil sie das krampfhaft tun. Ich kann eine derartige Versessenheit nicht sonderlich leiden. Morgen jedenfalls Apple Store, mal reinschauen, ein par Fotos machen, das hier updaten. Aber erst gegen Abend. Mal gucken, wie da der Ansturm sein wird.

Beim Verfassen dieses Beitrags wurde viel Bier getrunken. Daher könnte die darin vertretende Meinung übermäßig aggressiv erscheinen.

Hong Kong Diaries: The Small Things in Life

Diesen Beitrag widme ich den kleinen Dingen in meinem Hongkong-Alltag, die nicht auf Anhieb auffallen. Das wird vielen ironisch erscheinen, weil ich mit ein Meter fünfundsechzig selbst nicht der Größte bin. Los geht’s.

Regentropfen aus dem Nichts
Wenn es seit Tagen nicht geregnet hat und man bekommt auf der Straße einen Tropfen ab, heißt das – jedenfalls im Sommer – nicht, dass ein plötzlicher Sturm hereinbricht, sondern dass man wahrscheinlich nah am Straßenrand läuft, wo die weit verbreiten Arkaden bzw. überstehenden oberen Stockwerke der Gebäude aufhören und das Abwasser der Klimaanlagen auf die Straße tropfen kann.

Ich hatte vor ein paar Tagen das Glück in der winzigen Wohnung eines wildfremden Menschen gewesen zu sein, mit Fenstern in einen gleichermaßen kleinen Innenhof mit drei anderen Hauswänden, jeweils 10-20 Stockwerke hoch. An jedem Fenster eine Klimaanlage, mal vier, mal Anzahl der Stockwerke, und es klingt zum Verwechseln nach Regen.
Vögel sind in der Stadt eher selten anzutreffen, außer man hängt grad in einer Parkanlage rum. Vor solchen Tropfen braucht man meistens keine Angst zu haben.

Stufen
Die Stufen hier sind kleiner als in Deutschland, außer in älteren Gebäuden, wie dem Main Building der HKU. Das fällt nach einigen Momenten “Fuck, die nächste Stufe habe ich intuitiv früher/später (je nach Richtung, halt) erwartet und fliege jetzt deshalb sicherlich auf die Fresse” auf. Sicherlich eine Frage der Gewohnheit, aber bis dahin schaue ich beim Treppensteigen stets auf die Stufen.

Heißer Tag, kühle Dose
Spätestens seit Einführung des Dosenpfands (das Wort kennt WP7-Autocorrect nicht!) kommt man in Deutschland nicht wirklich in den Genuss sich an einem heißen Tag eine kalte Dose Coke (oder Bier, Hauptsache mit Kohlensäure) ins Gesicht zu halten. Pro tip: Für ein akustisches Schmanker’l ans Ohr halten.

(Fußgänger-) Ampeln
Zu denen gibt es drei Dinge zu sagen: In Hongkong wird, wie im ehemaligen Mutterland, links gefahren. Das grüne Ampelmännchen läuft in die andere Richtung.
Die andere Sache ist das akustische Signal. Im Gegensatz zu Deutschland, wo das von Stadt zu Stadt, meistens sogar von Kreuzung zu Kreuzung, unterschiedlich ist, hat hier jede Fußgängerampel ein akustisches Signal. Winzige Auffälligkeit: Anders als bei uns, setzt es nicht gleichzeitig mit dem optischen Signal ein, sondern einen Tick später.
Und zu guter Letzt die Bedienung. Die meisten Ampeln funktionieren automatisch. Die, die es nicht tun, haben diesen, auch bei uns üblichen, berührungsempfindlichen gelben Klotz. (Wobei der im Bild natürlich einer ist, der automatisch anspringt…)

Wer will, kann sich noch ein paar neue Fotos anschauen:

Hongkong 2011: The Outskirts of HKU

Hongkong 2011: I’m On a Boat (Star Ferry Ride)

Hongkong 2011: Lazy Sunday Afternoon (oder war’s Samstag?)

Argument 5.45 – Thousand of Birds

Wir hatten ja, als wir hier vor ca. 1½ Jahren angefangen haben zu bloggen, geplant jeden Tag einen CD-Tipp zu geben, jede Woche einen Act of the Week. Die Munition haben wir schnell verschossen und beschlossen die beiden Rubriken zu kombinieren und jede Woche einen Musik-Tipp mit mehr oder weniger ausführlicher Künstler-Info zu veröffentlichen. Jetzt sieht es so aus, als würden wir nicht mal mehr das schaffen. Insgesamt läuft der Laden hier nicht so, wie er sollte. Entweder sind wir zu beschäftigt, oder schlichtweg blog-faul geworden. Vermutlich beides, jeder von uns zu verschiedenen Anteilen. Das Handtuch komplett werfen kommt aber nicht in Frage, so lahm es hier auch vor sich gehen mag.
Deshalb möchte ich an dieser Stelle eine kleine Änderung in die ganze Musik-Tipp-Sache einführen. Wir schaffen es offensichtlich nicht, regelmäßig neues Material, das uns interessiert, zu Tage zu bringen. Deshalb werden wir das jetzt unregelmäßig machen, wann es uns passt. Angefangen mit dem Tipp heute, …

…Argument 5.45, einer russischen Hardcore-Band. Das Debut-Album von 2008, “Thousands of Birds”, hat seinerzeit große Wellen in der russischen Musik-Szene geschlagen. Die Moskauer spielen einen harten, schnellen, aber doch ziemlich groovigen Mix aus ‘normalem’ Hardcore und der etwas komplexeren Variation von (früheren) Converge-Alben. Daher ist es vermutlich kein Zufall, dass das Album vom Converge-Gitarristen Kurt Ballou in seinen Godcity Studios abgemischt wurde.

Auf die Band bin ich auf – für mich – unüblichem Wege gekommen, und zwar über eine Suppe, ich glaube, die von fasel oder mendel. Einer der beiden hat ein LP-Design der Platte gepostet, das mich doch ziemlich beeindruckt hat. Über weitere Recherchen bin ich dann aufs Behance-Portfolio des Russen Ivan Khmelevsky gekommen und dort fand ich letztendlich Band- und Album-Namen.

Wem der Song oben (der Opener des Albums) gefällt, dem lege ich nahe, das ganze Album kostenlos auf last.fm anzuhören. Anfang August haben sie übrigens ein zweites Album herausgebracht, Atavism, was sich riff-mäßig noch mehr Converge annähert. Auch das kann man sich auf last.fm anhören. Wo und wie man beide kaufen kann, konnte ich leider nicht herausfinden.